Netzwerk Praxiserfolg wirft Blick in die digitale Zukunft und schaut auf die Möglichkeiten von heute
2. Forum im Februar 2012 mit prominenten Referenten und Erfolgsautor Frank Schätzing in Düsseldorf / Im Interview stellt Moderatorin und DZW-Chefredakteurin Dr. Marion Marschall nähere Einzelheiten vor
Vorspann:
Mit seinem 2. Forum will das Netzwerk Praxiserfolg an seinen erfolgreichen Veranstaltungs-Erstling im November vergangenen Jahres anknüpfen. Den Termin 10./11. Februar 2012 sollten Interessenten schon einmal vormerken, denn diesmal steht das spannende Thema “Das Internet war erst der Anfang” an, das konkret PAR und Prophylaxe im digitalen Praxiskonzept vorstellen wird. Und zwar aus allen Blickwinkeln: In der praktischen Anwendung, der wirtschaftlichen Bedeutung und der juristischen Sicherheit. Das Netzwerk Praxiserfolg freut sich dabei besonders, dass der Erfolgsautor und Fernsehmoderator Frank Schätzing dabei einen “Blick in die Zukunft” werfen wird. Im folgenden Interview mit der Moderatorin der Veranstaltung, der Chefredakteurin der Deutschen Zahnarztwoche, Dr. Marion Marschall, werden weitere Einzelheiten zur Veranstaltung vorgestellt.
1. Der Titel der Veranstaltung, die von Ihnen moderiert wird, lässt ja keine Zweifel an der Bedeutung der IT für die Zukunft. Wenn das Internet erst der Anfang war, was kommt denn wohl danach in deutschen Zahnarztpraxen?
MM: Dass eine eigene Internetseite zu einer Zahnarztpraxis heute dazu gehört, haben wohl die meisten Zahnärztinnen und Zahnärzte bereits erkannt, auch wenn längst nicht alle mit ihrer eigenen Praxis im Netz zu finden sind. Aber gerade die rasante Entwicklung in den sogenannten Sozialen Netzwerken, in denen nicht nur junge Zahnärzte „unterwegs“ sind, fasziniert auf der einen Seite, ist vielen auf der anderen Seite auch etwas unheimlich. Es liegen viele Chancen darin, so für die Präsentation gegenüber Patienten oder für den Austausch mit Kollegen. Aber es gibt auch viele Risiken. Wie kann ich kontrollieren, was über mich im Internet an Informationen kursiert – privat und beruflich? Wie geht man mit unliebsamen Bewertungen oder gar Mobbing und übler Nachrede um? Was darf ich eigentlich als Zahnarzt im Netz? Und was passiert, wenn ich nicht mitmache? Ich denke, Tim Cole wird in seinem Vortrag diese neue Netzwelt etwas durchschaubarer machen, ihre Risiken, aber vor allem ihre Chancen aufzeigen. Und er wird etwas über sinnvolle Strategien vermitteln können. Das ist das eigentliche A und O, ohne eine Strategie für die Praxis nützen auch die schönsten Webaktivitäten nichts.
2. Der Parodontitis kommt ja als Mund-Volkskrankheit neben der Karies spätestens seit der letzten Deutschen Mundgesundheitsstudie eine besondere Bedeutung zu. Was wird man auf der Veranstaltung dazu an Neuem erwarten können?
MM: Die Parodontologie ist – auch durch ihre enge Verbindung mit der Gesamtgesundheit des Patienten und damit ihren vielen medizinischen Aspekten – derzeit sicher eines der spannendsten, aber in der täglichen Praxis auch anspruchsvollsten zahnärztlichen Fachgebiete. Hier wird derzeit sehr viel geforscht, sowohl in der Grundlagen- und Ursachenforschung als auch zu Diagnostik und Therapie. Prof. Markus Hürzeler wird dazu aus seiner vielfältigen klinischen Erfahrung den Teilnehmern viele praktische Tipps und Anregungen für den Alltag geben, um eine moderne, wissenschaftlich basierte und zugleich wirtschaftliche, erfolgreiche Par-Therapie in der Praxis umsetzen zu können.
In Bonn läuft derzeit ja unter der Leitung von Prof. Jepsen das einzige zahnmedizinische, interdisziplinär angelegte Forschungsprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Parodontitis. Mit Dr. Henrik Dommisch ist ein Vertreter aus der Bonner Forschung als Referent dabei, der bei seinem Thema „Grenzfälle der PAR“ sicher auch Neues aus der Forschung einfließen lassen wird.
3. Die Wirtschaftlichkeit ist für die Praxen ja nicht erst seit der GOZ-Diskussion von großer Bedeutung. Welche Rolle können PAR und Prophylaxe hier spielen?
MM: Weder im Bema, also für die gesetzlich versicherten Patienten, noch in der jetzt gültigen GOZ ist eine moderne Parodontitistherapie adäquat abgebildet. Die für den dauerhaften Behandlungserfolg so wichtigen regelmäßigen Prophylaxemaßnahmen, der Recall, müssen von den Patienten in der Regel allein getragen werden. Der Referentenentwurf zur GOZ-Novellierung bringt hier Verbesserungen – wenn er denn kommt. Dazu wird Dr. Peter Esser sicher viele wertvolle Hinweise geben können.
Aber ganz unabhängig davon sind PAR und vor allem Prophylaxe für jede moderne Zahnarztpraxis heute und in Zukunft auch unter wirtschaftlichen Aspekten ein Muss. Selbstzahlerleistungen wie die PZR sind wichtige wirtschaftliche Standbeine einer Praxis. Richtig gemacht, sorgen sie zudem für eine hohe Patientenbindung.
4. Wenn man die wachsenden Möglichkeiten der digitalen Welt sieht, kann eine Praxis diese Entwicklung heute eigentlich überhaupt ignorieren?
MM: Sie kann schon, aber sie wird es bei Wirtschaftlichkeit, Patientengewinnung und Patientenbindung in Zukunft sicher schwerer haben. Was früher Mund-zu-Mund-Propaganda leistete, passiert heute in den diversen Praxisempfehlungsportalen, sozialen Netzwerken und mit geschickten Platzierungen auf den einschlägigen Suchmaschinen. Nicht zu vergessen ist die zunehmende Digitalisierung auch bei der eigentlichen zahnärztlichen Arbeit – von der Praxissoftware über die Röntgenaufnahme bis zum Auftrag für die Krone oder Brücke. Auf die Zahnärztinnen und Zahnärzte kommen also auf ganz vielen Ebenen neue Herausforderungen zu, denen man am besten begegnet, wenn man sich frühzeitig informiert und sich damit vertraut macht, um dann seine eigene Strategie, seinen eigenen Weg zu entwickeln.
5. Insgesamt wird es dreizehn Referenten und eine Vielzahl von Aspekten rund um das Hauptthema geben. Worauf freuen Sie sich am meisten?
Fachlich sicher auf die Parodontologie, zumal Markus Hürzeler in seiner Art nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch gute Unterhaltung bietet. Wie wir morgen kommunizieren werden, die Rolle der neuen Medien und des Internets ist für uns natürlich ebenso spannend, wollen wir doch auch über diese Kanäle unsere Leserinnen und Leser erreichen. Und Frank Schätzing ist unbedingt ein Höhepunkt. Außerdem freue ich mich auf viele interessante Menschen und Gespräche.
Das Programm und weitere Infos finden sich auch unter www.netzwerk-praxiserfolg.de.
